Makulasprechstunde

Was ist die Makula?

Als „Makula lutea“ (gelber Fleck) bezeichnet man das Zentrum der Netzhaut. Hier hat die Netzhaut das höchste Auflösungsvermögen. Durch die hohe Dichte an speziellen Sehzellen ermöglicht die Makula uns das Erkennen von Gesichtern, das Lesen und das Farbensehen. Erkrankungen der Makula gehen daher in der Regel mit einer erheblichen Sehverschlechterung einher.

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die dritthäufigste chronische Augenerkrankung in Deutschland. Betroffene bemerken Verzerrungen und ein Verschwommensehen im Zentrum des Gesichtsfeldes. Da die Erkrankung nur das Netzhautzentrum betrifft, bleibt allerdings auch bei schweren Verläufen das periphere Sehen und somit die Orientierung im Raum erhalten. Hauptursache der Makuladegeneration sind Alterungsvorgänge im Zentrum des Sehens. Insbesondere Rauchen und Bluthochdruck können dazu führen, dass die Makuladegeneration früher auftritt.

Auch eine familiäre Häufung wird bei der Makuladegeneration beobachtet. Wir Augenärzte erkennen Anzeichen der Makuladegeneration im Rahmen einer Untersuchung des Auges. Eine genauere Diagnostik erlaubt die Optische Cohärenztomographie (OCT), bei der die Netzhautmitte mittels Laserlicht genau dargestellt werden kann. Krankhafte Blutgefäße, welche im Rahmen der AMD entstehen können, werden durch eine Farbstoffuntersuchung nachgewiesen (sog. Fluoreszeinangiographie). Bei dieser Untersuchung wird ein spezieller Farbstoff über eine Vene am Arm injiziert und die Gefäße am Augenhintergrund mit einer Kamera aufgenommen. Man unterscheidet grundsätzlich eine „trockene“ von einer „feuchten“ AMD. Etwa 90 % aller Betroffenen leiden unter einer trockenen AMD. Bei dieser Form der Makuladegeneration bildet sich die Zellschicht, die die Sehzellen in der Netzhautmitte ernährt, langsam zurück. Die Sehfähigkeit nimmt im weiteren Verlauf ab und im zentralen Gesichtsfeld können Defekte entstehen.

Die feuchte AMD ist in den meisten Fällen für eine schwere Sehverschlechterung im Rahmen der AMD verantwortlich. Die feuchte AMD entwickelt sich oft aus einer trockenen AMD. Es wachsen krankhafte Blutgefäße aus der Aderhaut in die Netzhaut, diese brüchigen Blutgefäße führen zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte oder zu Blutungen. Die feuchte AMD schreitet in der Regel in der Regel schneller fort als die trockene Form. Auch wenn eine Heilung bei der feuchten Makuladegeneration nicht möglich ist, so kann der Krankheitsverlauf zumindest aufgehalten oder verlangsamt werden. Bei der Behandlung werden spezielle Medikamente (sog. VEGF Inhibitoren) eingesetzt, welche das krankhafte Gefäßwachstum unterbinden. Diese werden unter sterilen Bedingungen im OP mit einer feinen Nadel in regelmäßigen Abständen in den Glaskörperraum im Augeninneren injiziert.

Die epiretinale Gliose wird durch Veränderungen des Glaskörpers verursacht. Dies kann zur Bildung einer Bindegewebsschicht (sog. Gliose) auf dem Zentrum der Netzhaut führen. Diese Gliose besteht aus einer dünnen Membran, die sich über dem zentralen Bereich der Netzhaut bildet. Wenn sich diese Membran zusammenzieht und schrumpft, führt dies zu einer fortschreitenden Faltenbildung im Bereich der Makula.

Betroffene bemerken Verzerrungen und eine Verschlechterung der zentralen Sehschärfe. Eine medikamentöse Behandlung der epiretinalen Gliose ist derzeit nicht möglich. Die Membran kann aber im Rahmen einer Operation (sog. Vitrektomie) entfernt werden. Eine Verbesserung des Sehvermögens erfolgt langsam über postoperative Monate.

Bei einem Makulaloch (Makulaforamen) handelt es sich um einen Defekt der Netzhaut an der Makula. Ursache für ein Makulaforamen sind in den meisten Fällen Zugkräfte am Netzhautzentrum, ausgelöst durch Veränderungen des Glaskörpers. Der Glaskörper füllt den Augapfel aus und unterliegt einem altersbedingten Schrumpfungsprozess.

Betroffen sind meist Patienten über 60 Jahre, meist Frauen. In bis zu 10% der Fälle erkranken beide Augen im Laufe des Lebens. Wie bei den meisten Erkrankungen der Makula berichten Patienten zunächst über ein verzerrtes Sehen, später bemerken sie eine Herabsetzung der Sehschärfe. Unbehandelt kommt es in den meisten Fällen zu einer Größenzunahme mit weiterer Sehverschlechterung. Größere Makulalöcher können häufig im Rahmen einer klinischen Untersuchung vom Augenarzt mit Hilfe einer Lupe erkannt werden. Eine genauere Untersuchung mit einer präzisen Darstellung des entstandenen Defekts erlaubt die optische Cohärenztomographie (OCT). Die Behandlung eines Makulalochs erfolgt durch einen operativen Eingriff im Rahmen einer sog. Vitrektomie. Hierbei wird der Glaskörper entfernt und die Zugkräfte am Netzhautzentrum gelöst.

Anschließend wird die Netzhaut mit Hilfe einer Gasblase wieder an ihre Unterlage angedrückt. Ein Verschluss des Makulaforamens erfolgt in der Regel innerhalb einiger Wochen postoperativ, die Verbesserung des Sehvermögens erfolgt langsamer über einige Monate. Bei sehr kleinen Löchern ist es gelegentlich auch möglich, Zugkräfte des Glaskörpers mit Hilfe eines speziellen Medikaments, welches in den Glaskörperraum injiziert wird, zu lösen und das Loch zu verschließen. Wichtig ist, daß auch wenn ein Makulaforamen schon länger besteht, auch in diesem Fall eine Operation eine Verbesserung des Sehens bewirken kann.